{"id":7710,"date":"2021-04-22T12:51:50","date_gmt":"2021-04-22T10:51:50","guid":{"rendered":"https:\/\/www.bonnalliance-icb.de\/?p=7710"},"modified":"2021-04-23T10:33:19","modified_gmt":"2021-04-23T08:33:19","slug":"welche-verteilungsfragen-ergeben-sich-aus-der-klimapolitik","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bonnalliance.de\/de\/2021\/04\/welche-verteilungsfragen-ergeben-sich-aus-der-klimapolitik\/","title":{"rendered":"Welche Verteilungsfragen ergeben sich aus der Klimapolitik?"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Aktuelle Erkenntnisse aus Entwicklungsl\u00e4ndern<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Malerba, Daniele<br>Analysen und Stellungnahmen 1\/2021<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bonn: German Development Institute \/ Deutsches Institut f\u00fcr Entwicklungspolitik (DIE)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>DOI:<\/strong> 10.23661\/as1.2021<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Engl. Ausg. u.d.T.:<br><a href=\"https:\/\/www.die-gdi.de\/briefing-paper\/article\/what-are-the-distributional-implications-of-climate-policies-recent-evidence-from-developing-countries\/\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">What are the distributional implications of climate policies? Recent evidence from developing countries<\/a><br>(Briefing Paper 3\/2021)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Um katastrophale Folgen f\u00fcr Mensch und Natur zu vermeiden, sind entschlossene Ma\u00dfnahmen zur Eind\u00e4mmung des Klimawandels erforderlich. Trotz dieser Dringlichkeit reichen die derzeit umgesetzten und geplanten Ma\u00dfnahmen zur Bek\u00e4mpfung des Klimawandels nicht aus, um die 2015 in Paris festgelegten globalen Ziele zu erreichen. Ein Grund f\u00fcr die derzeit unzureichende Umsetzung sind die wahrgenommenen negativen Verteilungseffekte. Durch die Verteuerung von G\u00fctern k\u00f6nnen Klimaschutzma\u00dfnahmen sowohl die Armut als auch die Ungleichheit steigern. Dar\u00fcber hinaus k\u00f6nnen sie zu St\u00f6rungen auf Arbeitsm\u00e4rkten und mehr Arbeitslosigkeit f\u00fchren, insbesondere in Sektoren und Gebieten, die von fossilen Brennstoffen abh\u00e4ngig sind. Infolgedessen haben \u00f6ffentliche Proteste in vielen L\u00e4ndern die Umsetzung der Klimapolitik bisher blockiert oder verz\u00f6gert.<br>Neue Forschungsans\u00e4tze, die in dieser Analyse und Stellungnahme er\u00f6rtert werden, sorgen langsam f\u00fcr eine Trendwen-de. Erstens hat sich gezeigt, dass eine CO2-Bepreisung in Entwicklungsl\u00e4ndern im Gegensatz zu den hochentwickelten Volkswirtschaften nicht regressiv wirken muss. In eine \u00e4hnlich positive Richtung gehen Studien, wonach das Erreichen der Klimaziele zu einem geringen Nettozuwachs an Arbeitspl\u00e4tzen f\u00fchren wird. Dennoch werden sowohl der Effekt der CO2-Bepreisung als auch die Auswirkungen der Klimapolitik auf Arbeitsm\u00e4rkte Verlierer*innen hervorbringen: Preiser-h\u00f6hungen w\u00fcrden die Armut versch\u00e4rfen, da einkommensschw\u00e4chere Haushalte mehr Geld f\u00fcr die gleichen G\u00fcter aus-geben m\u00fcssten; ebenso werden bestimmte L\u00e4nder, Sektoren, Gebiete und Arbeitnehmer*innen (z. B. Geringqualifizierte) von Arbeitsplatzverlusten oder -st\u00f6rungen betroffen sein.<br>Zweitens k\u00f6nnen Haushalte und Arbeitnehmer*innen, die von der Klimapolitik beeintr\u00e4chtigt sind, im Rahmen von Ma\u00dfnahmen zur sozialen Sicherung entsch\u00e4digt werden, um negative Verteilungseffekte abzufedern. H\u00f6here Preise k\u00f6nnen auch durch Geldtransfers an Haushalte kompensiert werden, die nur durch einen Teil der Einnahmen aus klima-politischen Ma\u00dfnahmen wie einer Kohlenstoffsteuer finanziert werden k\u00f6nnen. \u00c4hnlich verh\u00e4lt es sich mit Arbeits-markteffekten: Ma\u00dfnahmen zur sozialen Absicherung, insbesondere arbeitsmarktpolitische Ma\u00dfnahmen wie Umschu-lungen und Arbeitslosenunterst\u00fctzung, k\u00f6nnen deutlich dazu beitragen, die Bed\u00fcrfnisse der negativ betroffenen Arbeit-nehmer*innen zu erf\u00fcllen.<br>Es ist klar, dass \u00f6kologische und soziale Ziele sich nicht gegenseitig ausschlie\u00dfen m\u00fcssen. Mit einem geeigneten<br>Policy-Mix lassen sich sowohl Armut als auch Umweltzerst\u00f6rung reduzieren. Diese politischen Auswirkungen m\u00fcssen allerdings breiter kommuniziert werden, um die Akzeptanz von Klimapolitiken zu erh\u00f6hen. Dies wird teilweise bereits durch aktuelle Pl\u00e4ne wie den europ\u00e4ischen Green Deal erreicht. Aus Sicht der Forschung und Politik sind mehr Studien in Entwicklungsl\u00e4ndern erforderlich, die auch Erkenntnisse \u00fcber nicht-marktbezogene klimapolitische Ma\u00dfnahmen her-vorbringen und \u00fcber den kurzfristigen Effekt h\u00f6herer Preise auf die Kaufkraft der Haushalte hinausgehen. Nicht zuletzt kann die internationale Zusammenarbeit eine wichtige Rolle bei der politischen Koordinierung, der Finanzierung und dem Aufbau von sozialen Sicherungssystemen in L\u00e4ndern mit niedrigem Einkommen spielen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"https:\/\/www.die-gdi.de\/analysen-und-stellungnahmen\/article\/welche-verteilungsfragen-ergeben-sich-aus-der-klimapolitik-aktuelle-erkenntnisse-aus-entwicklungslaendern\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Weitere Informationen und Download<\/a>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Um katastrophale Folgen f\u00fcr Mensch und Natur zu vermeiden, sind entschlossene Ma\u00dfnahmen zur Eind\u00e4mmung des Klimawandels erforderlich. Trotz dieser Dringlichkeit reichen die derzeit umgesetzten und geplanten Ma\u00dfnahmen zur Bek\u00e4mpfung des Klimawandels nicht aus, um die 2015 in Paris festgelegten globalen Ziele zu erreichen. 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